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title: "Was ist WMS? Wie funktioniert ein Lagerverwaltungssystem? (Leitfaden für E-Commerce)"
description: "Was ist ein WMS und wofür wird es genutzt? Die Arbeitsschritte eines Lagerverwaltungssystems, Regaladressierung, Kommissioniermethoden, Inventur per Barcode und worauf Sie bei der Auswahl eines WMS achten sollten."
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# Was ist WMS? Wie funktioniert ein Lagerverwaltungssystem? (Leitfaden für E-Commerce)

> Was ist ein WMS und wofür wird es genutzt? Die Arbeitsschritte eines Lagerverwaltungssystems, Regaladressierung, Kommissioniermethoden, Inventur per Barcode und worauf Sie bei der Auswahl eines WMS achten sollten.

Wenn der Absatz wächst, tut sich in den meisten E-Commerce-Unternehmen zuerst das Lager schwer. Produkte werden Regal für Regal gesucht, die falsche Größe oder Farbe geht in den Versand, der Bestand im System stimmt nicht mit dem Regal überein, und die Bestellungen des Tages sind bis zum Abend nicht fertig. Als gemeinsame Lösung für diese Probleme fällt am häufigsten der Begriff **WMS**, also Lagerverwaltungssystem.

In diesem Leitfaden erklären wir, was ein WMS ist, wie es sich von einer Bestandsverwaltungssoftware unterscheidet, wie ein Lagerverwaltungssystem Schritt für Schritt vom Wareneingang bis zum Versand arbeitet, was Regaladressierung ist, welche Kommissioniermethoden es gibt und wie die Inventur per Barcode funktioniert. Am Ende des Beitrags finden Sie außerdem eine Checkliste für die Auswahl eines WMS für Ihr Unternehmen.

Kerngedanke

„Die Bestandsverwaltung sagt, wie viele Stück eines Produkts vorhanden sind; ein WMS sagt, wo es liegt, wer es kommissioniert hat und ob es in den richtigen Karton gelangt ist. Wächst das Lager, lautet die eigentliche Frage nicht mehr ‚Wie viele?‘, sondern ‚Wo, und stimmt es?‘.“

## Was ist WMS?

WMS (Warehouse Management System), im Deutschen **Lagerverwaltungssystem**, ist eine Software, die steuert, auf welchem Regal die Produkte im Lager liegen, wohin eingehende Ware eingelagert wird, wie Bestellungen kommissioniert und kontrolliert werden und wie der Bestand gezählt wird.

Die Grundidee eines WMS ist einfach: Jedes Regal und jedes Fach im Lager erhält eine **Adresse**, jedes Produkt liegt an einer Adresse, und jede Bewegung im Lager (Einlagerung, Umlagerung, Kommissionierung, Inventur) wird per Barcode-Scan erfasst. So bleiben die Informationen im System identisch mit dem tatsächlichen Zustand im Regal.

## Wofür wird WMS genutzt?

Ein WMS nimmt die Lagerarbeit aus dem Gedächtnis der Mitarbeiter und verlagert sie ins System; Standort des Produkts, Kommissionierreihenfolge und Kontrolle werden vom Bildschirm gesteuert. Die wichtigsten Vorteile für ein E-Commerce-Unternehmen sind:

- **Keine Suche nach Produkten:** Die Regaladresse jedes Produkts steht fest; der Bildschirm führt die Mitarbeiter zum richtigen Fach. Auch wer das Lager neu kennenlernt, findet am ersten Tag das richtige Produkt.
- **Keine falschen Produkte im Versand:** Jedes kommissionierte und verpackte Produkt wird per Barcode gescannt; falsche Größe, Farbe oder Menge fällt im Moment des Scannens auf.
- **Die Kommissionierung wird schneller:** Mehrere Bestellungen werden in einem Rundgang in Regalreihenfolge zusammengestellt; die Mitarbeiter laufen nicht für jede Bestellung das ganze Lager ab.
- **Der Bestand bleibt korrekt:** Einlagerung, Entnahme und Inventur werden im Bestand verbucht; die Differenz zwischen Systembestand und Ware im Regal erscheint im Bericht.
- **Die Arbeit wird messbar:** Wer welche Aufgabe wann und an welchem Fach erledigt hat, wird erfasst; woher eine Bestandsabweichung stammt, lässt sich nachvollziehen.
- **Der Marktplatzbestand wird geschützt:** Das Lager speist einen einzigen Bestand; die an die Marktplätze gesendeten Bestandsangaben entsprechen dem tatsächlichen Zustand im Regal, und nicht vorhandene Produkte werden nicht verkauft.

Lesetipp

Was ist Lagerverwaltung? Lagerverwaltung und Bestandsmanagement im

E-Commerce

## Was ist der Unterschied zwischen WMS, Bestandsverwaltungssoftware und ERP?

Eine Bestandsverwaltungssoftware zeigt, **wie viele Stück** eines Produkts vorhanden sind, ein WMS steuert, **wo** diese Produkte im Lager liegen und wie sie sich bewegen, und ein ERP verwaltet **alle Ressourcen** des Unternehmens wie Buchhaltung, Einkauf und Finanzen. Die drei ersetzen einander nicht, sondern ergänzen sich.

| Thema | Bestandsverwaltung | WMS | ERP |
| --- | --- | --- | --- |
| Kernfrage | Wie viele sind vorhanden? | Wo liegt es, und wie wird es kommissioniert? | Wie werden die Ressourcen des Unternehmens verwaltet? |
| Regal- und Fachadresse | Nein | Ja, jedes Produkt an einer Adresse | Meist nicht vorhanden oder eingeschränkt |
| Bestellerfassung | Nein | Routen-, Korb- und Prioritätensteuerung | Nein |
| Barcode-Kontrolle | Begrenzt | In jedem Schritt | Begrenzt |
| Inventur | Auf Basis der Gesamtmenge | Fach für Fach, mit Differenzliste | Als Buchungseintrag |
| Wessen Aufgabe es ist | Produkt- und Vertriebsteam | Lagerteam | Buchhaltung, Finanzen, Geschäftsführung |

Im E-Commerce ist es am effizientesten, wenn das WMS Bestell- und Produktinformationen aus der E-Commerce-Plattform bezieht und nach getaner Arbeit Bestellstatus, Bestand, Versand und Rechnung automatisch aktualisiert. Getrennt arbeitende Systeme, die von Hand abgeglichen werden, schaffen im Lager eine zusätzliche Fehlerquelle.

## Wie funktioniert ein Lagerverwaltungssystem?

Ein Lagerverwaltungssystem führt jeden Schritt per Barcode-Scan weiter, vom Eintreffen eines Produkts im Lager bis zu seinem Versand, und bucht jeden Schritt im Bestand. In einem typischen E-Commerce-Lager besteht der Prozess aus sechs Schritten:

*Görsel: Die Frage, was WMS ist, anhand des Prozessablaufs: Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Kontrolle, Verpackung und Versand in einem Lagerverwaltungssystem (Die Reise einer Bestellung in einem Lagerverwaltungssystem vom Wareneingang bis zum Versand.)*

### 1. Wareneingang

Vom Lieferanten angelieferte Produkte werden per Barcode gescannt und erfasst. Die eingegangene Menge wird mit der erwarteten verglichen; fehlende oder überzählige Produkte fallen auf, bevor sie ins Lager gelangen.

### 2. Einlagerung (Platzierung)

Das Produkt wird in einem Fach mit einer bestimmten Adresse eingelagert. Das Einlagern erfolgt in der Regel mit zwei Scans: zuerst der Barcode des Fachs, dann der Barcode des Produkts. Nach dem Scan wird der Bestand aktualisiert, und das System speichert, wie viele Einheiten des Produkts in welchem Fach liegen.

### 3. Kommissionierung

Bestellungen werden in einem Kommissionierauftrag zusammengefasst. Der Bildschirm führt das Personal in Regalreihenfolge durch das Lager und zeigt, zu welcher Bestellung jedes Produkt gehört. Die Kommissionierung ist die zeitaufwendigste Aufgabe im Lager; der größte Teil der Zeitersparnis durch ein WMS entsteht hier.

### 4. Kontrolle

Vor dem Verpacken wird jedes Produkt der Bestellung noch einmal gescannt. Ein bei der Kommissionierung übersehenes fehlendes oder falsches Produkt wird am Packtisch entdeckt, bevor es zum Versand geht.

### 5. Verpacken und Etikettieren

Für die geprüfte Bestellung werden Lieferschein und Versandetikett gedruckt, und die Produkte werden verpackt. In einem richtig eingerichteten System werden in diesem Schritt keine Daten von Hand eingegeben; Lieferschein und Etikett werden automatisch aus der Bestellung erzeugt.

### 6. Versand

Der Karton wird dem Versanddienstleister übergeben; Bestellstatus, Bestand und Rechnung werden aktualisiert, und der Kunde erhält die Versandinformationen.

Hinter diesen sechs Schritten laufen zwei weitere Daueraufgaben: Die **Inventur** sorgt dafür, dass Regalbestand und Systembestand übereinstimmen, und die **Berichte** zeigen, welcher Schritt von wem und wann ausgeführt wurde.

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## Was ist Regaladressierung und wie funktioniert sie?

Bei der Regaladressierung erhält jedes Fach im Lager einen eindeutigen Code, der Regal, Abschnitt, Ebene und Fach angibt. Dieser Code ist zugleich der Barcode auf dem Fachetikett; das Personal scannt ihn beim Einlagern und beim Kommissionieren.

*Görsel: Beispiel für Regaladressierung: Regal-, Abschnitts-, Ebenen- und Fachangaben in der Regaladresse R03-B07-K2-G2 sowie der Barcode auf dem Fachetikett (Die Bestandteile einer Regaladresse: Regal, Abschnitt, Ebene und Fach.)*

Die Adresse **R03-B07-K2-G2** bedeutet zum Beispiel „Regal 3, Abschnitt 7, Ebene 2, Fach 2“. So gehen Sie bei der Adressierung vor:

1. **Das Lager aufzeichnen:** Ermitteln Sie die Anzahl der Etagen, Gänge, Regale und Fächer; legen Sie die Richtung der Gänge und die Kommissionierreihenfolge fest.
2. **Adressformat wählen:** Verwenden Sie im ganzen Lager dasselbe Format; die Adresse sollte von links nach rechts vom Größeren zum Kleineren gelesen werden.
3. **Fächer gesammelt anlegen:** Legen Sie die Fächer nicht einzeln an, sondern erzeugen Sie sie im System gesammelt, indem Sie die Anzahl der Regale und Ebenen eingeben.
4. **Etiketten drucken und anbringen:** Das Etikett jedes Fachs trägt seinen eigenen Barcode; die Etiketten müssen angebracht sein, bevor mit dem Einlagern begonnen wird.
5. **Auch Schnellbereiche definieren:** Werden Orte außerhalb der Regale wie Paletten, Säcke oder Aktionsflächen nicht adressiert, entstehen im System „verlorene“ Produkte.

Tipp

Platzieren Sie Bestseller in Fächern nahe dem Ausgang

Adressierung ist nicht nur Ordnung, sondern auch Geschwindigkeit. Legen Sie die am häufigsten kommissionierten Produkte in Fächer nahe am Packtisch und in Hüfthöhe, Langsamdreher in obere und weit entfernte Fächer. Prüfen Sie regelmäßig, wie viele Tage ein Produkt schon im Regal liegt, damit langsam drehende Produkte keine wertvollen Fächer unnötig belegen.

## Welche Kommissioniermethoden gibt es?

Die Kommissioniermethode bestimmt, nach welchem Muster die Produkte der Bestellungen aus dem Lager geholt werden. In E-Commerce-Lagern kommen vier Grundmethoden zum Einsatz: Einzelkommissionierung, Sammelkommissionierung (mit Wagen), Zonenkommissionierung und Wellenkommissionierung.

*Görsel: Kommissioniermethoden: Schemata der Einzel-, Wagen-, Zonen- und Wellenkommissionierung (Die vier grundlegenden Kommissioniermethoden in E-Commerce-Lagern.)*

| Methode | Wie funktioniert es? | Wann ist es geeignet? |
| --- | --- | --- |
| Einzelkommissionierung | Für jede Bestellung wird das Lager einzeln durchlaufen. | Wenn täglich wenige Bestellungen eingehen und das Lager klein ist. |
| Sammelkommissionierung (mit Wagen) | Mehrere Bestellungen werden in einem Rundgang kommissioniert; die Produkte jeder Bestellung kommen in einen eigenen Korb. | Wenn die Zahl der Bestellungen steigt; die im E-Commerce am weitesten verbreitete effiziente Methode. |
| Zonenkommissionierung | Das Lager wird in Zonen aufgeteilt; jeder Mitarbeiter kommissioniert nur die Produkte seiner Zone, die Bestellung wird anschließend zusammengeführt. | Wenn das Lager groß oder mehrstöckig ist. |
| Wellenkommissionierung | Bestellungen werden zu festen Zeiten gruppenweise kommissioniert. | Wenn die Abholzeiten der Versanddienstleister feststehen. |

### Warum ist die Sammelkommissionierung im Vorteil?

Bei der Sammelkommissionierung stellt das Personal mehrere Körbe auf den Wagen; jeder Korb gehört zu einer Bestellung. Der Bildschirm läuft in Regalreihenfolge weiter und sagt, in welchen Korb das gescannte Produkt kommt. Produkte verschiedener Bestellungen im selben Regal werden in einem Halt entnommen. So verkürzt sich der Laufweg, und das Produkt wird schon beim Kommissionieren der richtigen Bestellung zugeordnet; ein separater Sortiertisch ist nicht nötig.

### Welche Bestellung sollte zuerst kommissioniert werden?

Die Kommissionierreihenfolge ist ebenso wichtig wie die Geschwindigkeit. Ein gutes WMS lässt Sie den Kommissionierauftrag mit Bestellfiltern erstellen:

- **Zuerst Bestellungen mit einem Produkt:** Sie werden schnell kommissioniert, rasch geprüft und senken die Zahl der Tagesbestellungen zügig.
- **Danach Bestellungen mit mehreren Produkten:** Sie eignen sich besser für die Sammelkommissionierung.
- **Bestellungen mit einem bestimmten Produkt:** Die Bestellungen für ein neu eingetroffenes oder beworbenes Produkt gehen in einem Zug raus.
- **Marktplatz-Bestellungen mit nahender Frist:** Bestellungen, deren Versandfrist bald abläuft, werden als dringend nach vorn gezogen.

Lesetipp

Berechnung des Volumengewichts (Desi): Wie wird das Versand-Desi berechnet? (Rechner und Beispiele)

## Ist für ein WMS ein Handscanner erforderlich?

Nein, erforderlich ist er nicht. Der Handscanner ist das bekannteste Gerät zum Scannen von Barcodes, aber er ist teuer. Heute erlauben viele Lagerverwaltungssysteme, Kommissionierung, Einlagerung und Inventur mit der Kamera eines Smartphones durchzuführen.

| Gerät | Vorteile | Zu beachten |
| --- | --- | --- |
| Handterminal | Robust, schnelles Lesen, für Lager entwickelt | Hohe Kosten pro Gerät |
| Barcodescanner (kabelgebunden oder kabellos) | Günstig, am Arbeitsplatz sehr schnell | Wird zusammen mit einem Computer, Tablet oder Telefon verwendet |
| Smartphone-Kamera | Kein zusätzliches Gerät nötig, das Personal kann sofort loslegen | Die Bildschirme müssen telefontauglich sein, mit großen Schaltflächen |

Achten Sie bei der Auswahl zuerst auf die Software, dann auf das Gerät: Unterstützt das System mehrere Scanwege, beginnen Sie mit Telefonen und ergänzen mit wachsendem Geschäft an stark frequentierten Stationen Scanner oder Handscanner.

## Wie wird die Inventur mit einem WMS durchgeführt?

Die Inventur mit einem WMS erfolgt nicht für das ganze Lager auf einmal, sondern Fach für Fach durch Scannen; am Ende zeigt eine Liste die Differenz zwischen System und Regal und wird nach der Freigabe in den Bestand geschrieben.

1. **Inventur eröffnen:** Das zu zählende Lager oder der Bereich wird ausgewählt.
2. **Fächer scannen:** Der Barcode jedes Fachs wird gescannt, danach die darin liegenden Produkte. Die Inventur ist auch mit dem Telefon möglich, Bereich für Bereich, ohne das Lager zu schließen.
3. **Differenzliste prüfen:** Systembestand und gezählte Menge werden nebeneinander angezeigt; Fehl- und Mehrmengen werden markiert.
4. **Freigeben:** Die Differenzen werden in den Bestand geschrieben. Gar nicht gezählte Fächer werden auf null gesetzt, damit alte Einträge keinen „Phantombestand“ im Lager hinterlassen.

Weil Fächer, bei denen beim Kommissionieren „nicht gefunden“ gemeldet wurde, automatisch auf die Inventurliste gelangen, ist die Inventur nicht mehr nur eine einmal im Jahr erledigte Aufgabe; problematische Fächer werden am Tag des Problems gezählt.

Tipp

Erst einlagern, dann abgleichen

Warten Sie beim Wechsel zu einem WMS, bis alle Produkte eingelagert sind, bevor Sie den Regalbestand mit dem Produktbestand abgleichen. Ein Abgleich bei noch nicht eingelagerten Produkten setzt diese im System auf null und nimmt sie aus dem Verkauf.

Lesetipp

Was ist Bestandsverfolgung? Wie funktioniert sie?

## Wie werden Retouren im Lager verwaltet?

Ein zurückgesendetes Produkt wird wie neue Ware im Lager angenommen: Es wird zuerst gescannt und geprüft, bei verkaufsfähigem Zustand in ein Fach eingelagert und dem Bestand wieder zugeführt, andernfalls in einem separaten Bereich aufbewahrt. Gibt es für Retouren im Lager keinen eigenen Ablauf, sammelt sich die Ware neben dem Packtisch und taucht im System nirgends auf.

1. **Annahme:** Das Retourenpaket wird geöffnet, Produkt und Bestellung werden gescannt, um die Retoure der Bestellung zuzuordnen.
2. **Prüfung:** Etikett, Verpackung und Zustand des Produkts werden geprüft; es wird als verkaufsfähig oder nicht verkaufsfähig eingestuft.
3. **Einlagern:** Ein verkaufsfähiges Produkt wird in ein Fach gescannt und kehrt in den Bestand zurück; für nicht verkaufsfähige Ware wird eine separate Adresse (z. B. Retouren- oder Defektbereich) verwendet.
4. **Erfassung:** Der Retourengrund wird erfasst; wiederkehrende Gründe bei demselben Produkt dienen dazu, Produktbeschreibung, Größentabelle oder Verpackung zu verbessern.

Ein zurückgesendetes Produkt rasch ins Regal zurückzubringen heißt, dass es wieder verkauft werden kann; jede Retoure, die nicht ins Regal zurückkehrt, ist verkaufsfähiger Bestand, der umsonst wartet.

## Welche E-Commerce-Unternehmen brauchen ein WMS?

Wenn Sie in Ihrem Lager mehrere der folgenden Situationen erleben, ist Ihr Geschäft einem manuell geführten Lager entwachsen:

- Das Personal sucht Regal für Regal nach einem Produkt, oder nur eine Person weiß, wo ein Produkt liegt.
- Bestellungen gehen mit dem falschen Produkt, der falschen Größe oder fehlenden Produkten raus und werden zu Retouren und Beschwerden.
- Ein auf dem Marktplatz verkauftes Produkt ist im Lager nicht auffindbar; der Systembestand stimmt nicht mit dem Regal überein.
- Die Tagesbestellungen schaffen die Abholzeit des Versanddienstleisters nicht.
- Neue Mitarbeiter brauchen Tage, um sich einzuarbeiten.
- Das Lager verteilt sich auf mehrere Etagen oder mehrere Lager.
- Es ist nicht bekannt, wer wie viel Arbeit geleistet hat oder woher eine Bestandsdifferenz stammt.

Auch für ein kleines Lager ist der Wechsel zu einem WMS nicht zu früh: Die Ordnung aufzubauen, solange es wenige Produkte gibt, ist viel einfacher, als später Tausende Produkte zu adressieren.

## Worauf sollte man bei der Wahl eines WMS achten?

Das richtige WMS passt zur heutigen Struktur Ihres Lagers und lässt Sie neue Regeln aktivieren, wenn Ihr Geschäft wächst. Stellen Sie bei der Auswahl diese Fragen:

1. **Ist es dasselbe System wie Ihre E-Commerce-Plattform?** Wenn Bestellungen, Produkte und Bestand an einem Ort liegen, gibt es keine Übertragungsfehler und keine Verzögerungen.
2. **Mit welchen Geräten funktioniert es?** Werden Telefone, Barcodescanner und Handscanner alle unterstützt?
3. **Reichen die Kommissioniermethoden aus?** Werden Sammelkommissionierung, Priorisierung per Filter und mehrstöckige Lager unterstützt?
4. **Gibt es einen Kontrollschritt?** Sind ein letzter Scan und der automatische Lieferscheindruck vor dem Verpacken möglich?
5. **Wie läuft die Inventur ab?** Gibt es Fach-für-Fach-Zählung, eine Differenzliste und einen freigegebenen Abgleich?
6. **Sind Marktplätze und Versand angebunden?** Gelangen der Lagerbestand automatisch zu den Marktplätzen und der Bestellstatus automatisch zu Versand und Rechnung?
7. **Lassen sich Berechtigungen trennen?** Können Einlagerung, Umlagerung, Kommissionierung und Kontrolle an getrennte Berechtigungen gebunden werden?
8. **Was zeigen die Berichte?** Lassen sich Regalbelegung, Mitarbeiterleistung, Bestandsdifferenzen und Vorgangshistorie verfolgen?

## Wie gelingt der Wechsel zu einem WMS?

Der Wechsel zu einem WMS lässt sich in fünf Schritten vollziehen, ohne das Lager anzuhalten:

1. **Regeln festlegen:** Entscheiden Sie vorab über die Kommissioniermethode, die Pflicht zur Kontrolle und darüber, in welchem Schritt der Bestand abgebucht wird.
2. **Fächer anlegen:** Geben Sie die Lagerstruktur ins System ein, erzeugen Sie die Fächer gesammelt und drucken Sie deren Etiketten.
3. **Einlagern:** Legen Sie die Produkte per Scan in ihre Fächer; beginnen Sie mit den Bestsellern.
4. **Erste Inventur durchführen:** Sobald alle Produkte eingelagert sind, zählen Sie und prüfen den Bestand von Grund auf.
5. **Auf Kommissionierung umstellen:** Beginnen Sie zuerst mit Bestellungen mit einem Produkt und gehen Sie zur Sammelkommissionierung über, sobald sich das Team eingewöhnt hat.

## Häufige Fehler bei der Nutzung eines WMS

- **Produkte in ein nicht etikettiertes Fach legen:** Ein Produkt an einem Ort ohne Adresse geht im System verloren; jeder Bereich, auch Paletten und Säcke, muss etikettiert sein.
- **Umlagern ohne Scan:** Ein Produkt, das ohne Scan in ein Fach umgelagert wird, wird im System weiter an seinem alten Platz angezeigt.
- **Abgleichen, bevor das Einlagern abgeschlossen ist:** Der Bestand nicht eingelagerter Produkte wird auf null gesetzt.
- **Den Kontrollschritt überspringen:** So gut die Kommissionierung auch ist, der letzte Scan ist die letzte Schranke, die verhindert, dass ein falsches Produkt zum Versand geht.
- **Allen alle Berechtigungen geben:** Werden Umlagerungs- und Entnahmeberechtigungen nicht eingeschränkt, lässt sich die Ursache einer Bestandsdifferenz nicht finden.
- **Die Inventur auf einmal im Jahr verschieben:** Je größer die Differenz wird, desto schwerer ist ihre Ursache zu finden; problematische Fächer sollten am Tag des Problems gezählt werden.

## WMS-Checkliste

| Prüfpunkt | Warum ist das wichtig? |
| --- | --- |
| Hat jedes Fach ein Etikett mit Barcode? | Ein Produkt ohne Adresse geht im System verloren. |
| Liegen Bestseller nahe am Ausgang? | Der Kommissionierweg wird kürzer. |
| Wird mit Körben und in Regalreihenfolge kommissioniert? | Mehrere Bestellungen gehen in einem Rundgang raus. |
| Ist eine Kommissionierpriorität festgelegt? | Bestellungen mit nahender Frist verzögern sich nicht. |
| Wird vor dem Verpacken kontrolliert? | Ein falsches Produkt geht nicht zum Versand. |
| Werden Fächer gezählt, bei denen „nicht gefunden“ gemeldet wurde? | Bestandsdifferenzen werden geschlossen, bevor sie wachsen. |
| Sind die Berechtigungen nach Aufgaben getrennt? | Jede Bewegung hat einen bekannten Verantwortlichen. |
| Gelangt der Lagerbestand zu den Marktplätzen? | Ein nicht vorhandenes Produkt wird nicht verkauft. |

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## Lagerverwaltung mit Faprika Depo

Faprikas Lagerverwaltungssystem [Faprika Depo](https://www.faprika.com/de/erweiterungen/wms-lagerverwaltung) erledigt die gesamte Lagerarbeit vom Einlagern bis zur Inventur direkt in Ihrem Faprika-Panel. Es gibt weder ein separates Lagerprogramm noch separate Daten; Bestellungen, Produkte und Bestand liegen an einem Ort.

*Görsel: Kommissionierbildschirm eines Lagerverwaltungssystems: Regaladresse auf dem Smartphone, gescanntes Produkt, Hinweis „IN KISTE 3 LEGEN“ und Bestellkörbe (Bildschirm für die Sammelkommissionierung: Regaladresse, gescanntes Produkt und der Korb, in den es kommt.)*

- **Regal und Lagerort:** Sie definieren Ihr Lager als Etagen, Gänge und Fächer; 3.000 Fächer werden in einem Zug angelegt, und die Fachetiketten werden mit ihren Barcodes gedruckt.
- **Wareneingang und Umlagerung:** Das Einlagern erfolgt mit zwei Scans; Produkte werden zwischen Fächern und Lagern umgelagert, und auf Nachschub wartende Produkte werden in einer Liste gesammelt.
- **Sammelkommissionierung:** Mehrere Bestellungen werden in einem Rundgang in Regalreihenfolge kommissioniert; der Bildschirm sagt, in welchen Karton das gescannte Produkt kommt. Bei einem falschen Produkt erscheint die Warnung „FALSCHES PRODUKT“.
- **Kommissionierszenarien:** Ein Kommissionierauftrag wird mit Filtern wie zuerst Bestellungen mit einem Produkt, nur Bestellungen mit einem bestimmten Produkt oder Marktplatz-Bestellungen mit nahender Frist erstellt; er funktioniert in ein- und mehrstöckigen Lagern.
- **Kommissionieren mit dem Smartphone:** Ein teurer Handscanner ist nicht nötig; die Kamera des Telefons liest Barcodes nacheinander. Wenn Sie einen Handscanner oder Barcodeleser haben, funktionieren auch diese.
- **Bestellkontrolle:** Vor dem Versand erfolgt ein letzter Scan; der Lieferschein der geprüften Bestellung wird automatisch gedruckt, und die Bestellung gelangt automatisch an Versand, ERP und E-Rechnung.
- **Inventur und Berichte:** Zählung Fach für Fach, Differenzliste und freigegebener Abgleich; Berichte zu Regalbelegung, Personal, Bestandsdifferenzen und Vorgangshistorie.

Auf der Seite [Faprika Depo](https://www.faprika.com/de/erweiterungen/wms-lagerverwaltung) und im Vergleich der [E-Commerce-Pakete](https://www.faprika.com/de/preise) sehen Sie, in welchen Paketen das Lagermodul und das bei der Sammelkommissionierung genutzte Modul Bestellkontrolle enthalten sind und in welchen sie mit einer Zusatzlizenz ergänzt werden.

## Häufig gestellte Fragen

**Was ist WMS?**

WMS (Warehouse Management System), auf Deutsch Lagerverwaltungssystem, ist eine Software, die steuert, auf welchem Regal die Produkte im Lager liegen, wie Bestellungen kommissioniert und kontrolliert werden und wie der Bestand gezählt wird. Sie gibt jedem Fach eine Adresse und erfasst jede Bewegung im Lager per Barcode-Scan.

**Was ist der Unterschied zwischen WMS und einer Bestandsverwaltungssoftware?**

Die Bestandsverwaltung zeigt, wie viele Stück eines Produkts vorhanden sind. Ein WMS steuert dagegen, in welchem Fach das Produkt liegt, in welcher Reihenfolge es kommissioniert wird und ob es in die richtige Bestellung gelangt; es umfasst Regaladressierung, Kommissionierung mit Wagen, Kontrolle und fachweise Inventur.

**Braucht man für ein Lagerverwaltungssystem ein Handterminal?**

Nein. Bei vielen Lagerverwaltungssystemen lassen sich Kommissionierung, Einlagerung und Inventur durch Barcode-Scan mit der Smartphone-Kamera erledigen. Ein Handterminal oder Barcode-Scanner beschleunigt stark ausgelastete Arbeitsplätze, ist für den Einstieg aber nicht nötig.

**Wie funktioniert die Regaladressierung?**

Jedes Fach im Lager erhält einen eindeutigen Code mit Regal-, Abschnitts-, Ebenen- und Fachangabe, zum Beispiel R03-B07-K2-G2. Die Fächer werden im System gesammelt angelegt, für jedes Fach wird ein Etikett mit Barcode gedruckt und am Regal angebracht, und die Produkte werden per Scan in diese Fächer eingelagert.

**Was ist Kommissionierung mit Wagen?**

Die Kommissionierung mit Wagen ist ein Verfahren, bei dem mehrere Bestellungen in einem Rundgang zusammengestellt werden. Auf dem Wagen des Mitarbeiters steht für jede Bestellung ein Korb; der Bildschirm führt in Regalreihenfolge und zeigt, in welchen Korb jedes gescannte Produkt kommt. So verkürzt sich der Laufweg, und die Produkte werden schon beim Kommissionieren der richtigen Bestellung zugeordnet.

**Sollte ein kleines E-Commerce-Unternehmen ein WMS nutzen?**

Wenn Produkte gesucht werden müssen, falsche Produkte versendet werden oder der Bestand im System nicht mit dem Regal übereinstimmt, lohnt sich ein WMS auch für kleine Unternehmen. Die Lagerordnung aufzubauen, solange es wenige Produkte gibt, ist viel einfacher, als nach dem Wachstum Tausende Produkte zu adressieren.

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